Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2017/2018
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2016/2017
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2015/2016
Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 2014/2015
Standort in Kirchhundem
Hauptstandort in Meggen
Verbindung der Standorte

Lennestadt/Kirchhundem. Sekundarschüler aus Lennestadt und Kirchhundem übernehmen Patenschaft über die „Stolpersteine“, die an die NS-Opfer erinnern.

Passanten in der Hundemstraße staunten gestern Mittag nicht schlecht, als eine Gruppe junger Menschen mit Putzeimer und Poliertüchern anrückte, um einen Bereich des Gehsteigpflasters zu säubern. Nicht irgendeinen, sondern es handelt sich um die „Stolpersteine“, die an die beiden Familien Neuhaus und Winter erinnern, die 1942 bzw. 1943 von den Nazis deportiert und ermordet wurden.

Die Aktion wird kein Einzelfall bleiben. Die Sekundarschule Hundem-Lenne mit den beiden Standorten in Meggen und Kirchhundem hat die Patenschaft über alle „Stolpersteine“ in Lennestadt und Kirchhundem übernommen. Die Schülerinnen und Schüler der Schule werden sämtliche Steine in beiden Kommunen nun regelmäßig reinigen und somit aktiv dazu beitragen, dass nicht nur die Steine, sondern vor allem die Erinnerung an die Greueltaten der Nationalsozialisten vor der eigenen Haustür nicht verblassen.

Insgesamt 16 solcher Messingsteine, die Namen, Geburtsdatum und das Jahr der Ermordung tragen, wurden in den letzten Jahren in Lennestadt verlegt, in Altenhundem, Elspe, Grevenbrück, Bilstein und Altenvalbert, dazu vier weitere in Albaum und Kirchhundem. Die meisten Opfer waren Juden, andere wurden wegen einer Behinderung verschleppt und ermordet, der Kirchhundemer Carl Lindemann wegen sogenannter „Wehrkraftzersetzung“.
Die Idee zu dieser lobenswerten Schüleraktion hatte Lehrerin Ursula Homborg: „Wir wollen mithelfen, dass die Steine wieder in das Gedächtnis der Leute kommen und dort bleiben.“

Bei den Kommunen lief die Schule mit dem Vorhaben offene Türen ein. Homborg: „Es freut uns, dass wir mit den Archiven der beiden Kommunen zusammen arbeiten dürfen.“

Bildungspartnerschaft

Lennestadts Stadtarchivar Jürgen Kalitzki: „Es soll eine Bildungspartnerschaft entstehen. Die Klassen können regelmäßig in die Archive kommen und recherchieren.“

Für Jürgen Poggel, Abteilungsleiter in der Schulleitung der Schule, ist die auf unbegrenzte Zeit angelegte Aktion „Geschichte zum Anfassen.“ Dies sei wichtig, auch vor dem Hintergrund, dass es politische, radikale Strömungen im Land gibt, „die uns Angst machen.“ Bevor die Schülerinnen und Schüler zur ersten Reinigungstat schritten, wurde das Projekt „Stolpersteine“ im Unterricht thematisiert.

Doch es soll nicht bei den regelmäßigen Putz- und Poliereinsätzen bleiben. Sie sollen in der Regeln an Jahrestagen stattfinden und an diese erinnern, an denen die Schreckensherrschaft der Nazis in Deutschland manifestiert wurde. So hatte am 15. September 1935 der Reichstag in Nürnberg das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ beschlossen, mit dem die Ehe zwischen Juden und Nichtjuden verboten wurde.

In Zukunft will die Sekundarschule mit den älteren Jahrgängen auch Exkursionen zu Gedenkstätten durchführen, die an die NS-Zeit erinnern, zum Beispiel zu den früheren Konzentrationslagern oder nach Hadamar in Hessen, wo 14 500 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet wurden.

 

Quelle: WR am 16.09.2017

Sekundarschule Hundem-Lenne

Hauptstandort Meggen

Auf'm Ohl 12a
57368 Lennestadt
Telefon: 02721 / 80104
FAX: 02721 / 84581
sekretariat-lenne@shl-schule.de

 

 

Standort Kirchhundem

An der Hauptschule 4
57399 Kirchhundem
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FAX: 02723 / 2371
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